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2025: Ein Nachruf

2025, du hast mich herausgefordert, du hast mich Dinge zu Ende bringen lassen, du hast dafür gesorgt, dass ich endlich mal wieder einen wohl verdienten Urlaub hatte, du hast mich Dinge über mich selbst gelehrt und du hast mich lernen lassen, wo ich hingehöre, du hast mich Liebe finden lassen, nach der ich mich am meisten gesehnt und von der ich die letzten 30 Jahre geträumt habe.


Du hast mir menschliche Abgründe gezeigt, die ich so nicht erwartet habe und die mir Schmerz bereiteten, als ich mit ihnen konfrontiert war. Die mir bewusst gemacht haben, dass Neid und Missgunst in jeder Person stecken kann, was mich sehr betrübt zurückgelassen hat.


Du hast mir andererseits aber auch vor Augen geführt, dass Menschen in mein Leben zurückkehren können, denen ich eigentlich zurückgelassen hatte. Du hast mich in diesen Momenten positiv überrascht gesehen und geduldig gewartet, bis Dankbarkeit einsetzte. Dankbarkeit für die sporadische Rückkehr einer Person, die ich eigentlich für immer verloren glaubte.


Ebenfalls hast du mir dabei zu gesehen, als ich zum ersten Mal wahres und ehrliches Mitgefühl für Menschen aufgebracht habe, die andere Entscheidungen für ihr Leben als ich getroffen haben und denen ich nun von Herzen wünsche, dass ihre Träume in Erfüllung gehen mögen. Ich habe ihren Schmerz gefühlt, ihre Unsicherheit und ihre Angst und es hat mich Bedürfnisse verstehen lassen, die ich von mir nicht kenne, und damit meinen Horizont erweitert.


Du warst außerdem Zeuge davon, wie ich wichtige Schritte in meinem Leben gegangen bin – du hast mich beobachtet, wie ich promoviert und eine neue Anstellung in einer fremden Stadt gefunden habe. Nennen wir es Schicksal, Vorherbestimmung, einen glücklichen Zufall oder das, was ich verdient habe: Ich fühle mich dort sehr wohl und liebe es immer noch und vielleicht noch ein kleines bisschen mehr, Historikerin sein zu dürfen. In diesem Kontext freue ich mich auch sehr auf 2026, denn dies wird ein Jahr, in dem ich noch mehr meiner Leidenschaft nachgehen und in sie eintauchen kann.


Und zu guter Letzt hast du mir – insbesondere gegen Ende des Jahres – deutlich gemacht, was ich wahrlich brauche, um glücklich zu sein. Dass sind weniger materielle Dinge, an die ich mich letztes Jahr doch sehr geklammert habe, vielmehr ist es etwas weniger Greifbares, dafür umso Wertvolleres: Es ist Familie. Familie, die ich in meinen Freund*Innen finde; Familie, die ich mir mit der guten Beziehung zu meiner Mum dieses Jahr endgültig zurückerobern konnte und Familie durch ein kleines vierbeiniges Wesen, was am liebsten gaaaanz nah bei mir ist und mir diese Nacht die Füße geleckt hat. Lache, wer will, aber in meiner Welt bin ich 2025 Mutter geworden (und – call me „Blasphemikerin“ – sogar durch unbefleckte Empfängnis).


Einer der schönsten Augenblicke war es demnach, dich, meine kleine Pupsebiene, die erste Nacht in meinem Bett, eng aneinander gekuschelt, selig und zufrieden schnarchen zu hören. Aber das Schönste ist einfach die Tatsache, dass Loui auch 2026 (und hoffentlich noch gaaaaanz viele weitere Jahre) bei mir sein und damit mein Leben umso viel bereichern wird.


Danke also, liebes 2025, für so viele schöne und lehrreiche, traurige und fröhliche, nachdenkliche und unbeschwerte Momente. Ich werde dich in guter Erinnerung behalten, aber nun gehen lassen, um bereit für 2026 und viele neue Abenteuer zu sein.

 
 
 

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