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Being 31, feeling like 13 again

Letzte Woche bin ich 31 geworden und frage mich trotzdem, ob es sich dabei nicht vielleicht um einen Zahlendreher handelt. „Erwachsensein“ ist für mich immer noch ein Mythos, viel mehr fühlt es sich so an, als würde ich bloß eine Erwachsene „cosplayen“ - und das, obwohl ich mittlerweile eigenes Geld verdiene, seit einem Jahrzehnt alleine lebe und letztes Jahr promoviert habe.


Erstens rufe ich immer noch ungern irgendwo an. Ich versuche, all meine Korrespondenz schriftlich zu erledigen und suche mir meine Arztpraxen primär danach aus, ob ich online Termine machen kann. Wenn ich mich irgendwo telefonisch melden muss, schlägt mir mein Herz oftmals noch bis zum Hals und ich überlege mir minutiös, was ich am Telefon sagen soll.


Zweitens habe ich auch meine Obsession mit Plüschtieren, an der ich seit meiner Kindheit „leide“, immer noch nicht vollständig abgelegt. Regelmäßig erwietert sich meine Sammlung an Plüschis, nur dass ich sie mir mittlerweile überwiegend selbst kaufe. Aber bekomme ich eins geschenkt, strahle ich übers ganze Gesicht.


Drittens habe ich – wie in einem vorigen Blogpost bereits angesprochen – die ersten Monate dieses Jahres damit verbracht, eine Buchreihe für Teenager zu suchten. Lockwood & Co. hat erfolgreich meinen inneren Teenager gechannelt, sodass ich mich teilweise nach einer durchgelesenen Nacht gefragt habe, warum ich am nächsten Tag arbeiten, statt zur Schule musste.


Viertens ist im letzten Jahr der Wunsch aufgekommen und mittlerweile ein fester Plan entstanden, mit meiner Mum zusammenzuziehen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Meine Mum, Loui und ich suchen gerade nach einer Wohnung im Großraum Aachen, um uns den Wunsch von einer Mutter-Tochter-Hundi-WG zu erfüllen, sich gegenseitig zu unterstützen und einen weiteren gemeinsamen Lebensabschnitt zu beginnen.


Fünftens denke ich viel zu oft und insbesondere in unangemessenen Situationen höchst „zweideutig“. Dieser neuronalen Vernetzung entsprechend verhält es sich auch mit meinem Humor, der ist demnach manchmal ebenfalls nicht ganz „altersangemessen“.


Sechstens ist mein Geschmack nicht unbedingt erwachsener geworden; mit Matcha kann man mich jagen und manchmal müssen es auch Pommes und Veggie-Chicken-Nuggets bei einer großen Fastfood-Kette sein. Und jetzt, wenn ich intensiver darüber nachdenke, hätte ich auch gerne mal wieder Fantakuchen mit bunten Streuseln drauf.


Siebtens bin ich immer noch im Auto gerne Beifahrerin und fahre nur selten selbst. Achja, und Jungs bzw. Männer sind auch überwiegend wieder "bäh".


Ich könnte diese Liste jetzt wahrscheinlich noch um das Doppelte an Punkten erweitern, die meine o.g. Aussage untermalen, aber spare es mir jetzt. Zeit wird nämlich immer mit jedem zusätzlich Jahr, seit ich nicht mehr offiziell 13 bin.


Allgemein merke ich immer deutlicher, das Alter wirklich nur eine Zahl ist und es mehr darauf ankommt, wie alt man sich fühlt. Was das anbetrifft, bin ich wirklich nur selten 31, öfters mal 13, gelegentlich auch 21 und einen nicht grad geringen Anteil der Zeit 81 – insbesondere dann, wenn ich mal wieder dringend meine Ruhe brauche oder irgendjemand mich fragt, ob ich nicht mal wieder feiern gehen möchte. Und ich vermute auch, dass sich das in Zukunft nicht großartig ändern wird. Also, was ich damit eigentlich sagen will, wenn ihr euch genauso fühlt wie ich, dann ist das vielleicht nicht „normal“, aber ihr seid damit wenigstens nicht alleine.

 
 
 

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