Ein Brief an euch, meine Lieben
- Jacqueline

- 5. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Liebe Lesende,
ich weiß gar nicht, wo und wie ich anfangen soll. Vielleicht steige ich dann einfach mal beim Beginn ein und schaue, wie es sich entwickelt:
Seit dem 23. September 2018 existiert dieser Blog. Damals war ich 25 Jahre alt, noch im Studium und wusste nicht genau, wie meine Zukunft aussehen soll. Heute bin ich 31 Jahre alt, arbeite als Historikerin und weiß immer noch nicht genau, wie meine Zukunft aussehen soll. Aber das ist jetzt eigentlich auch gar nicht so wichtig.
Wichtig hingegen ist, dass ich in den letzten Jahren erwachsen bzw. naja, eher „erwachsener“ geworden bin. Ich habe meine Leidenschaft für Geschichte zum Beruf machen dürfen, bin mehrere Male umgezogen, habe letztes Jahr promoviert und mir mein Herz rauben lassen von der kleinen Pupsebiene. Aber ich habe auch immer mehr gemerkt, dass ich mehr Zeit für mich brauche, dass ich meine Energien anders einteilen muss und gerade in den letzten Monaten hat mich mein Körper immer wieder dazu gezwungen, wenigstens kurz auf die Bremse zu treten.
Die Beschwerden rundum meine chronischen Krankheiten sind häufiger und intensiver geworden. Momentan habe ich dauerhaft Unterleibsschmerzen, mein Lipödem hat sich arg verschlechtert und ein Nebel der diffusen Erschöpfung begleitet mich durch den Tag. Außerdem fordert mich meine Arbeit, die ich trotzdem immer noch liebe, in den letzten Monaten stärker als vorher. Mit der Stelle in Trier musste und muss ich mich immer noch in ein neues Thema einarbeiten und gleichzeitig bspw. schon im November erste Forschungsergebnisse auf einer Tagung präsentieren.

Und weil ich es hasse, wenn Menschen nicht auf den Punkt kommen, will ich nicht länger drum herumreden: Ich muss etwas kürzertreten, wo es mir mein Leben erlaubt. Ich muss mich jetzt vornehmlich um meine körperliche und auch seelische Gesundheit kümmern. Konkret bedeutet dies, dass es in nächster Zeit hier auf meinem Blog etwas stiller werden wird. Nicht, weil ich es nicht liebe, für euch zu schreiben, meine Gedanken zu kommunizieren und auch mal kritische Themen anzusprechen, sondern weil ich gerade in einer Lebensphase bin, in der ich andere Prioritäten setzen muss, um zu leben, statt nur zu überleben.
D.h. allerdings nicht, dass ich diesen Blog aufgebe. Nein, das könnte ich nicht, denn er ist ein Teil von mir und meiner Biographie. Er ist ein Safe-Place, an dem ich mein Herz ausschütten, meine Interessen teilen und einfach ich sein kann, ohne befürchten zu müssen, dafür abgeurteilt zu werden. Ich hoffe auch, dass meine Blogposts für euch gleichermaßen einen Mehrwert hatten bzw. haben und ihr euch vielleicht auch zuweilen besser verstanden und/oder das ein oder andere Mal unterhalten gefühlt habt.
Demnach kommt hier nun die offizielle Ankündigung, dass es in Zukunft auf meinem Blog wohl nur einen Post pro Monat geben wird. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn ihr weiterhin hier vorbeischaut, lest und lächelt, wenn dieser eine Blogpost pro Monat online kommt. Ob und wenn ja, wann sich die Upload-Regelmäßigkeit wieder ändern wird, weiß ich noch nicht. Dennoch will ich weiterhin für euch da sein und mein Leben mit euch teilen – im Guten wie im Schlechten, bei unbarmherziger Hitze oder klirrender Kälte, bei Tag und bei Nacht, in glücklichen und tieftraurigen Momenten. Weiterhin: Einfach ich, einfach echt.
Und wenn ihr mich vielleicht dann doch mal vermisst, schaut gerne auf meinem Instagram-Profil vorbei. Dort bin ich momentan aktiver als hier und zeige ich Ausschnitte aus meinem Leben, die es nicht auf den Blog geschafft haben.
In tiefer Dankbarkeit und Verbundenheit
Eure Line




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